Smart Home: Planung

Smart Home planen

Hat man den Entschluss gefasst, sein Zuhause – sei es die Wohnung oder das Haus – intelligent zu machen, gilt die Prämisse: Nicht zu vorschnell handeln.

Zwar ist das Thema Hausautomatisierung bei weitem kein Hexenwerk. Dennoch bedarf es im Vorfeld etwas Planung, damit später alles reibungslos funktioniert.

#1 Ziel definieren: Was soll das Smart Home alles können?

Bei der Planung von einem Smart Home sollte man bei seinen eigenen Bedürfnissen beginnen. Es gilt für sich selbst zu konkretisieren, was man von einem smarten Zuhause so alles erwartet.

All diese Bedürfnisse sollte man stichwortartig auf Papier festhalten. Am besten mithilfe eines Ablaufdiagramms.

Beispiel Szenario: Haus verlassen

Smart Home: Ziel definieren

  1. Beim Verlassen des Hauses wird ein an der Haustür angebrachter Taster betätigt. Optional erfolgt die Betätigung via Smartphone, mittels Apple HomeKit.
  2. Die Beleuchtung und die Haushaltsgeräte schalten sich automatisch ab. Zur gleichen Zeit regeln sich die Heizungsthermostate auf eine vordefinierte Temperatur herunter.
  3. Sensoren an Fenstern und Außentüren prüfen, ob alle Fenster/ Türen auch geschlossen sind. Ist das der Fall schaltet sich das Sicherheitssystem an. Falls das nicht der Fall ist, gibt das System per Push-Benachrichtigung auf das Smartphone bescheid, welche Fenster/ Türen noch offen sind.

Diese festgehaltenen Anforderungen lassen sich später mit dem bereitgestellten Funktionsumfang von Smart Home-Systemen vergleichen. So kann man gleich feststellen, inwieweit potentielle Smart Home-Lösungen den Anforderungen gerecht werden. [Für dieses Beispielszenario wurden die Produkte von innogy Smart Home und Philips Hue herangezogen.]

#2 Budget festlegen

Wie bei so vielen Dingen, spielt auch bei der Hausautomatisierung Geld eine entscheidende Rolle.

Zwar sind die Zeiten, in denen man für eine Smart Home-Lösung mehrere Tausend Euro einplanen musste lange vorbei. Dennoch sollte man schon mit einigen hundert Euro kalkulieren, um eine wirkliche Verbesserung in der Wohn- und Lebensqualität herbeizuführen.

Smart Home: Kosten kalkulieren

Was außerdem auch noch in der Budgetplanung Berücksichtigung finden sollte, sind die zu erwartenden Kosteneinsparungen, infolge eines besseren Energiemanagements.

#3 Wohnsituation in die Planung miteinbeziehen

Die Wohnsituation entscheidet maßgeblich darüber, welche Smart Home-Lösungen aufgrund der Kommunikation überhaupt in Betracht kommen können. Mehr zum Thema im entsprechenden Artikel: Datenübertragung: Technologien

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Smart Home bei Neubau

Bei einem Neubau bzw. einer Kernsanierung stehen einem alle Möglichkeiten offen. Entscheiden kann man sich sowohl für Smart Home-Systeme, die entweder per Kabel oder Funk und Powerline miteinander kommunizieren.

Mit der Datenübertragung per Kabel gehen eine Menge Vorteile einher. Die Datenübertragung ist schnell, sicher und so gut wie störungsfrei. Hier werden die Komponenten, samt erforderlichen Leitungen, Bus-Systeme und weiteren Anschlüssen ins Mauerwerk verbaut.

Der große Nachteil bei solchen festverkabelten Smart Home-Lösungen sind die Kosten. Kalkulieren sollten Bauherren mit mehreren tausend Euro. Doch dafür bekommt man auch ein stör-, funk- und wartungsarmes System.

Wem das zu teuer ist, kann auch bei einem Neubau auf die Übertragung per Funk setzen.

Smart Home in Mietswohnungen

Bewohner eines Altbaus oder einer Mietswohnung können nicht einfach so mal Veränderungen in der Bausubstanz vornehmen und sind daher auf solche Lösungen beschränkt, bei der die Kommunikation via Funk erfolgt.

Der Vorteil von funkbasierten Smart Home-Lösungen ist der, dass diese jederzeit erweiterbar sind und auch von Personen in Betrieb genommen werden können, die über keinen technischen Sachverstand verfügen.

Unterschiede bei den funkbasierten Smart Home-Lösungen ergeben sich in Sachen Funkstandard. Verwendung finden vor allem die fünf offenen Funkstandards WLAN, Bluetooth, Z-Wave, ZigBee und EnOcean.

Einige Anbieter setzen jedoch auf eigene, proprietäre Funkstandards, wie z.B. Loxone mit Loxone Air und eQ3 mit Homematic IP Funkprotokoll.

Mehr zum Thema Funkprotokolle im entsprechenden Artikel: Smart Home: Funkstandards

#4 Meta Smart Home-Plattform vs. -Geräteanbieter

Fängt man an sich mit dem Thema Hausautomatisierung auseinanderzusetzen, wird man regelrecht Erschlagen von der Vielzahl an Anbietern für Smart Home-Lösungen.

Grob unterscheiden lassen sich zwei Typen von Smart Home-Anbietern. Da wären die Anbieter von smarten Geräten und die sogenannten Meta Smart Home-Plattformen.

Smart Home-Geräteanbieter

Auf dem Markt tummelt sich eine unübersichtliche Anzahl an Smart Home-Geräteanbieter. Wobei sich die meisten Anbieter auf wenige Geräteklassen spezialisiert habe.

Jedoch entwickelt sich der Markt dahingehend, dass das Produktportfolio seitens der Anbieter immer breiter wird. Die ersten Anbieter – zu nennen an dieser Stelle wären Elgato, Netatmo, Nest und Ring – bieten bereits (fast) alle für die Hausautomatisierung erforderlichen Produkte aus einer Hand an.

Meta Smart Home-Plattformen

Jeder Anbieter stellt eigens eine App bereit, mit dem die hauseigenen Geräte eingerichtet, aber auch gesteuert werden können.

Hat man Smart Home-Geräte von nur einem Anbieter in Gebrauch, gibt es nichts zu beanstanden.

Nervig wird es jedoch dann, wenn smarte Geräte von mehreren verschiedenen Anbietern in Gebrauch sind. Da jeder Geräteanbieter i.d.R. eine eigene App voraussetzt, fühlt sich die ganze Sache mit der Hausautomatisierung nicht wirklich wie eine Verbesserung in der Lebensqualität an.

Und hier kommen die Meta Smart Home-Plattformen ins Spiel. Meta Smart Home-Plattformen stellen eine Meta-Plattform bereit, von der sich alle Produkte, egal von welchem Anbieter, zentral steuern lassen. So muss man nicht mehr auf mehrere Apps zurückgreifen, sondern kann alle smarten Geräte zentral und bequem steuern.

Außerdem verfügen einige Meta Smart Home-Plattformen, wie z.B. Apple, Amazon, Google und Microsoft über digitale Sprachassistenten, mit denen sich Smart Home-Geräte via Sprachkommandos steuern lassen können.

Eine Übersicht aller relevanter Meta Smart Home-Plattformen, im entsprechenden Artikel: Meta Smart Home-Plattformen

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